Fundsachen

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Stellen Sie sich vor: Ein Brief ihres Kalenderfräuleins läge in Ihren Briefkasten. Der Umschlag wäre frankiert und Ihre Postanschrift stünde darauf. Sie öffneten diesen Brief und überflögen das Kalenderblatt.  Nach dem Lesen legten Sie dieses gleich in den Papierkorb und kümmerten sich nicht weiter darum. Papier, Handschrift und der Gang zum gelben Briefkasten gehörten früher zum Alltag dazu. Am Touchpad oder mit der Maus besitzen Sie heute die Entscheidung, welche Mails im Papierkorb von der Oberfläche Ihres Computers entsorgt werden.

Haben Sie schon einmal online Weihnachtsgrüße erhalten? Diese sind wirklich enttäuschend, denn sie sind digital und lassen sich nicht auf den Kamin stellen.  81 Prozent der Bevölkerung der Industriestaaten benutzen das Internet und somit sind diese Grüße aus dem Internet zeitgemäß. Wäre Donald Trump überhaupt Präsident geworden, der Arabische Frühling und die Massenproteste in Hong Kong möglich gewesen, hätte es das Internet nicht gegeben? Ganze Bewegungen, Erfolgsgeschichten und Zusammenbrüche wurden bereits durch das weltweite Netz ermöglicht.

Wie schön und naiv kommt es uns heute vor, als der Student Charles S. Kline  im Jahr 1969 eine Nachricht von einem Rechner der Universität in Los Angeles an einen rund 500 Kilometer entfernten Rechner am Stanford Research Institut sendete und direkt den Computer zum Absturz brachte. Der zweite Versuch hatte Erfolg – dies war die Geburtsstunde des weltweiten Internets.

Bild: Auf dem NeXT-Cube wurde am Forschungszentrum CERN das World Wide Web und der erste Webbrowser entwickelt. Heute steht ein Gerät, das vom Computermuseum Hamburg gestiftet wurde, im electrum. Bild: electrum 2019.

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