Fundsachen
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Heiße Platte

Wachsende Städte, Umweltverschmutzung und globale Krisen lassen uns von der „guten alten Zeit“ träumen.

 

Obwohl wir wissen, dass es nicht besser war, lassen wir uns doch nur zu gerne von den schönen Fotos der Reiseprospekte täuschen. Alte Bauernhäuser, glückliche Kühe auf grünen Almen, dazu ein schönes altes Holzbauernhaus, luftgetrockneter Schinken und ein Obstler: Das nennt man Folklorismus, der die heile, schöne Welt vorgaukelt.

An die Strapazen Holz oder Kohle heranzuschaffen, dem im Raum stehenden Rauch, schwarzem Ruß und viel Dreck in der Stube, möchten wir nicht denken. Wir sind es gewohnt mit Elektrizität zu kochen, der jederzeit verfügbar aus der Steckdose fließt.

In Zeiten, als die elektrische Energie noch mehr kostete, als die damit zubereiteten Speisen, war ein strombetriebener Herd der absolute Luxus.

Obwohl man die Platten meist nur an-und abschalten konnte und es keine genaue Temperaturanzeige gab, hat sich der Elektroherd durchgesetzt.

Heute wird in 80 % aller Deutschen Haushalte elektrisch gekocht.

Abb.: Bereits 1888 elektrifizierte Friedrich Wilhelm Schindler-Jenny die elterliche Textilfabrik mittels Wasserkraft. 1891 meldete er ein Patent für ein elektrischen Heizkörper an, danach folgte eines für ein elektrisches Bügeleisen und vor 125 Jahren präsentierte er die erste elektrische Küche auf der Weltausstellung in Chicago. Abb. Elektrische Küche auf der Weltausstellung in Chicago 1893. Aus : Lungren, Charles M.: Electricity at the World’s Fair. In: The Popular Science Monthly Nov. 1893, S. 46