Fundsachen
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Electruphorus electricus hannoverensis

Meiner ersten Begegnung mit diesem seltsamen Wesen, liegt dreißig Jahre zurück.

Ich besuchte mit der Schulklasse das „Troparium“ im Tierpark Hagenbeck.

Damals ahnte ich nicht, dass die Elektrizität mein weiteres Leben prägen sollte.

In dem Betongebäude aus den 1960 Jahren war es dunkel und feucht, zahlreiche Terrarien und Aquarien prägten das Bild. Fast alle Bilder habe ich vergessen, nur der Zitteraal blieb bis heute in meinen Erinnerungen haften. Ein Fisch, der ohne sichtbarere Energiequelle Strom erzeugte, um seine Beute zu jagen, das fand ich schon damals faszinierend.

Die Jahre vergingen, das „Troparium“ wurde abgerissen und was aus dem Aal wurde, ist mir nicht bekannt. Im Neubau war für ihn kein Platz mehr.

Durch Recherchen erfuhr ich, dass im Landesmuseum Hannover ein junger Zitteraal lebt und ich machte mich auf die Reise.

Ich fühlte, dass sich die Mitarbeiter des Museums freuten, dass Ihr Zitteraal heute das Thema des Kalenderblattes sein würde. Die Fütterung des Aals erfüllte alle meine Erwartungen. Zitteraale erzeugen nur Elektrizität, wenn sie erregt sind. Bei einem Angriff, der Verteidigung und Futteraufnahme, können die meisten ausgewachsenen Tiere mindestens 600 Volt, manche besonders großen Exemplare eine Spannung von bis zu 860 Volt bei einem Strom von 1 Ampere erzeugen. Einen Menschen kann der Stromschlag eines Zitteraals umhauen, dass er gelähmt im Wasser ertrinkt.

Beeindruckt von der Ausprägung der Evolution und der effizienten Anpassung an die unmittelbare Umwelt, verließen wir das Landesmuseum Hannover.

Ich möchte mich herzlich bei den Mitarbeitern des Landesmuseum Hannover für den warmen und freundlichen Empfang bedanken. Meine Kinder waren sehr beeindruckt.

div. Bilder: Landesmuseum Hannover, Schaubecken mit Zitteraal (electruphorus electricus). Niemann 2018.